Bodensee – 1 Tages Tour

Nach der “traditionellen” Bodensee Tour ist es dem Rainer einfach nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Er war fest davon überzeugt, dass wir es eigentlich auch an 1 Tag an den See schaffen könnten.

Ja, da ist bestimmt möglich – schaun mer mal …… habe ich gedacht. Er hat aber nicht locker gelassen und immer wieder darüber nachgedacht und gerechnet und vor allem laut darüber nachgedacht.

OK, das machen wir .. Termin ausgeguckt – eigentlich spontan Samstag, den 17. festgelegt und gut war’s.

Keinerlei spezifisches Training eingebaut, sondern “nur “ unser Standard Pensum mit Ausnahmen wie Achalm + bi-Alb.

Je näher der Termin kam und die Wetterprognosen exakter wurden umso mehr wurde der Gedanke an die Tour unangenehmer. Es war gemischtes Wetter angesagt und eher Regen als trocken. Am Freitag Abend hat es dann auch richtig geregnet. Oje, Oje.

Ich bin am Samstag kurz nach 6 aufgestanden und gleich zum Fenster. Naja, was man im Dunkeln so erkennen konnte stimmte mich eher zuversichtlich. Also raus – alles was ich am Vorabend hingerichtet hatte eingepackt und ab zum Frühstück.

Wie immer die bereits bekannten Reibestellen mit Tape abgedeckt und alles war fertig.

Den Rucksack musste wir fast ausstatten wie bei der 2 Tages Tour – ich ließ nur Schuhe und Zahnputzzeug weg, was für erheblichen freien Platz sorgte.

Die Temperaturen waren nicht so niedrig wie die Tage zuvor – eher warm als kühl.

Kurz mit Rainer per SMS ausgetauscht und beschlossen wir fahren, trotz “durchwachsener” Wetterprognose.

Ich bin so kurz nach 7 Uhr los um Rainer abzuholen. Es fing immer mehr an zu tröpfeln – muss das sein ?

Also Rucksack wasserdicht verpackt und los ging es.

Wir machen also genau die Tour zum See wie schon davor, allerdings wird noch etwas an der Tages-Strecke drauf gesetzt und dann halt in Ludwigshafen die Heimfahrt per Zug am selben Tag angetreten. Soweit die Planung. Der Weg ist bekannt und das meiste haben wir noch im Kopf – an manchen Stellen muss man kurz nachdenken hat es dann aber wieder parat – geht mittlerweile echt gut.

In Mähringen müssen wir immer einen Schlenker machen – geht halt nicht anders – und wir fahren einen Feldweg um abzukürzen. Da hätten wir besser den längeren Weg in kauf genommen. Es wurde matschig und die Schutzbleche haben sich wieder so zugesetzt, dass sich kein Rad mehr drehte. Erst mal an Pfützen die Räder gereinigt und weiter ging es aber nicht sehr weit. Immer wieder setzte sich mein Rad zu dass ich fast nicht vom Fleck kam. Wir habe dann eine kurze Pause eingelegt und da mal genauer angeschaut – wow war da Zeug drin – Grashalme haben sich so verheddert dass das richtig fest drin saß und wir mit Ästen das alles rausgepuhen mussten.

So jetzt liefen die wieder einigermaßen. Aber immer noch nicht gut, denn die Strecken waren ziemlich nass und das merkt man doch und geht mit erhöhtem Kraftaufwand einher und mit reduzierter Durchschnittsgeschwindigkeit.

Mal ging es besser mal wieder schlechter. Dazu kam dann dass wir auch fast immer Gegenwind hatten (der macht auch Freude).

Also bis Balingen, also ca. 50 Km, war schon hart und sehr kräftezehrend. Man hat schon mal kurz darüber nachgedacht, ob wir das dann überhaupt schaffen. Aber nur kurz, denn in Balingen haben wir dann unsere erste richtige pause gemacht und, wie schon beim letzten Mal im Paulaner’s Wirtshaus eine Pasta mit viel Knoblauch eingeworfen. Schmeckt super und sorgt für Gesprächsthemen mit Geschmack Smiley.

Frisch gestärkt und Wasservorräte nachgefüllt geht es dann weiter. Wir wissen was nun alles kurz hintereinander kommt.

Nach Schörzingen ein richtiger Anstieg hoch und gleich ca. 10 Km später geht es in Gosheim hoch. 2 echte Brocken, die wir wieder zu Fuß gehen um nicht alles Pulver zu verschießen.

Nun geht es wie gehabt nach Tuttlingen. Details dazu kann man hier nachlesen.

Direkt in der Innenstadt finden wir das Gasthaus Engel. Es ist warm die Leute sitzen draußen- wir auch. Sofort sind wir mit dem Nebentisch im Gespräch, die natürlich wissen wollen was denen das für Sportgeräte sind und wo wir herkommen. Ein Blick auf den Garmin sagt uns 99 Km was wir gerne weitergeben. Das erstaunt dann doch. Wir tauschen uns ein wenig aus und erzählen, dass wir jetzt noch ein paar Nudeln oder ähnliches zum Speicher auffüllen benötigen. Wir wollen ja nachher noch den Wittoh hoch und die letzten 30 Km hinter uns bringen.

Eigentlich war Motto-Tag angesagt und alles auf Oktoberfest ausgelegt. Der Wirt, der ebenfalls bei der Personengruppe am Tisch saß, hat dann gesagt. ja das ist jetzt nix für euch – viel zu schwer. Ich habe vorhin was von Nudeln gehört – soll ich euch da was machen ?

Ja, super das hat uns aber gefreut. Nach kurze Zeit haben wir eine riesen Portion Nudeln mit Gemüse erhalten. Echt klasse aber so viel dass wir es nicht mal ganz geschafft haben. Die Pause ging mit freundlichen Gesprächen und dem Essen so schnell rum – schön war es. Zu guter Letzt wurde dann auch mit Ziehharmonika und Gitarre der bayrische Motto Tag untermalt. Link zum Gasthaus.

Auf zur letzten Etappe an diesem Tag. Den Wittoh hoch. Ein Stück fahren wir hoch aber ziehen schnell die Geräte aus und gehen zu Fuß hoch. Nach dem steilsten Stück rollen wir wieder – es geht zwar noch 2 mal hoch aber das sind nicht solche Hämmer wie vorher.

Oben werden wir wieder einmal für unsere Mühen von der Natur entlohnt. Die Sonne geht unter und bietet uns ein Licht auf das umliegende Tal – das ist schon fantastisch anzuschauen.

Jetzt wissen wir – es geht jetzt viel bergab und wir haben unser Ziel fest vor Augen.

Vor der 2. großen Bergabfahrt halten wir kurz an und ziehen unsere Regenjacken an. Es wird schon kühler und bergab hat man halt nicht mehr so viel zu tun – so möchten wir uns entsprechend warm halten. Was auch gut klappt.

Wir sind hoch motiviert. Allerdings merke ich schon dass bei Anstiegen die Kraft ganz schön nachgelassen hat – aber auf der Ebene geht es echt noch gut und zügig voran.

Das ist auch wichtig, denn es wird langsam Zeit, dass wir den Bahnhof von Ludwigshafen erreichen. Wenn wir den Zug um 20:34 nicht schaffen wird es eine ungemütliche Nacht werden. In Wahlwies ca. 8 Km vor dem Ziel klackert dann plötzlich etwas an meinem Rad. Ich denke erst es ist ein Stück Holz oder etwas am Ventil und schaue nach unten. Lautstark verlässt das Stück, was auch immer es war mein Vorderrad – Plattfuß. Man sieht es genau irgendwas hat sich durch die Karkasse des Mantels gebohrt und den Schlauch zum platzen gebracht – das hört man wenn schlagartig 9 bar entladen werden. Ersatzrad dabei – kein Problem und weiter geht es.

Zum Schluss läuft es noch richtig super wir kommen sogar über 20 Km/h. Es wird schon dunkel aber die Lampen packen wir nicht mehr aus, den wir sehen schon Ludwigshafen. Wir laufen um ca. 20 Uhr ein und freuen uns sehr dass alles so gut und in der Zeit geklappt hat.

Wie gesagt 20:34 geht der Zug mit 3 mal umsteigen sind wir dann um 23.31 in Reutlingen und fahren mit dort geparkten Auto nach Hause.

Ein langer Tag aber die Freude überwiegt am Ende – doch.

Nachstehend noch ein paar Details. Vielleicht können wir das ja mal zusammen machen.

Streckenkarte

Höhenprofil

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Gesamtstrecke: 133 Km

Höhenmeter: ca. 1.500

Gesamtdauer: fast 17 Stunden

Reine Fahrzeit auf Cross Skates: 9,5 Stunden

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Bremsen auf Gras

Nein, das ist jetzt nicht die Online Trainingsanweisung zum richtigen Umgang mit Cross Skates und entsprechenden Bremstechniken.

Es ist einfach mal wieder eine kleine Erfahrung aus meinem Cross Skater Leben.

Nein, das ist jetzt nicht die Online Trainingsanweisung zum richtigen Umgang mit Cross Skates und entsprechenden Bremstechniken.

Es ist einfach mal wieder eine kleine Erfahrung aus meinem Cross Skater Leben.

Warum Bremsen auf Gras – ja – das mach ich auch nicht freiwillig aber es war wieder mal die übliche Situation.

Erstens wurde links uns rechts von dem Weg frisch gemäht und das Gras mal locker auf der Straße verteilt (lässt sich nicht vermeiden – iss klar).

Normalerweise macht man da etwas kürzere Bewegungen mit den Beinen und gut iss.

Aber Berg runter und kurz vor einer 90° Kurve ist halt doch auch mal das verringern der Geschwindigkeit angesagt –zumal da gerne auch mal ein Traktor entgegen kommt.

Prompt hat ein Rad blockiert der Cross Skate ist weg gerutscht was zur Folge hat dass ich den Bremsdruck auf dem anderen unweigerlich erhöht habe und so das 2. Rad natürlich auch blockierte. Ja super !! Also ein Ausfallschritt und alles war wieder in Ordnung.

Nur dass der Ausfallschritt eine sehr starke Belastung für das Material bedeutet und ich danach erst mal wieder alles einigermaßen einrichten musste.

Es fühlt sich alles irgendwie anders an – naja das kommt vor und ist nichts besonderes – man gewöhnt sich ja schnell wieder daran.

Als aber nach der 2. folgenden Ausfahrt alles immer noch irgend wie labil und wackelig zu sein schien und es klackerte als wären die Gelenklager im Eimer – machte ich mir doch noch einmal Gedanken und schaute mir die Geräte etwas genauer an.

OK die Gabeln sind echt weich (vorderste Radstellung) aber mit Rahmenverstärkung allemal besser. Ich habe mich entschlossen noch eine Schraube mit großer Unterlegescheide einzubauen. Um zusätzliche Seitenstabilität zu erhalten. So richtig hat das nix gebracht – es wurde zwar besser aber immer noch nicht gut.

Auch die Gelenklager sind noch einigermaßen in Ordnung – das sorgt ja sehr gerne für instabiles Verhalten.

Mhmmm…. nach Einsatz eines Putzlappens (ich bin da nicht so richtig berühmt dafür die Geräte besonders sauber zu halten) kam es dann zum Vorschein.

1. der sog. Bremssattel hatte einen Riss     Bremssattelbruch_mal_wo_anders

2. Eine Käfighälfte war auch gebrochen. Rahmenbruch_mal_wo_anders

 

Jetzt wird das klar –warum das ganze Gerät sich so instabil angefühlt hat. Zum Glück habe ich entsprechende Ersatzteile vorrätig. Kurz alles ausgetauscht und gestern gleich mal Schotter Training im Wald gemacht. Ja, das fühlt sich gleich wieder wesentlich besser an.

Übrigens: die Geräte haben mittlerweile mehr als 4.000 Km drauf und mussten schon einiges aushalten mit mir 🙂